Soziale Gerechtigkeit geht uns alle etwas an, doch die Vorstellungen davon, was gerecht ist, gehen häufig auseinander. Viele verstehen die Frage nach sozialer Gerechtigkeit aber vor allem als Verteilungsproblem gesellschaftlicher Güter.
Das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit besagt zum Beispiel, dass der gesellschaftliche Beitrag eines Menschen festlegt, was ihm zusteht. Das Prinzip der Chancengerechtigkeit berücksichtigt dagegen, dass nicht allen Menschen die gleiche Chance zukommt, ihre Potenziale auszuschöpfen. Das Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit fordert schließlich, die gesellschaftlichen Güter anhand der unterschiedlichen Bedarfe aller Menschen zu verteilen.
Keiner dieser verteilungstheoretischen Ansätze vermag es allerdings, die systemischen Probleme unserer Gesellschaftsordnung zu benennen. Noch immer liegt der größte Teil der Produktionsmittel in den Händen eines Bruchteils der Gesellschaft und noch immer haben Lohnabhängige keinen Anteil am von ihnen produzierten Mehrwert.
Solange diese grundlegenden Ungerechtigkeiten fortbestehen, kann also auch keine Rede von sozialer Gerechtigkeit sein. Deshalb fordern wir eine Gesellschaftsordnung, die endlich den Menschen in den Mittelpunkt stellt – lasst uns die Verhältnisse zum Tanzen bringen!